Das Klima ändert sich ständig. Immer wieder gab es gravierende Klimaveränderungen. Jüngst war das Mittelalter zwischen 1000 – 1350 Jahre n. Chr. um 0,5 – 1 °C wärmer als heute, es herrschte das sogenannte mittelalterliche Klimaoptimum. Die geringfügig höher erscheinenden Temperaturen sorgten für andere Lebensbedingungen. Die Wikinger besiedelten Island und das damals grüne Grönland, in Norwegen war Getreideanbau fast bis zum Polarkreis möglich, in Südschottland, sowie auch hier in Ostwestfalen (zum Beispiel auf Kloster Corvey in Höxter) wurde Wein angebaut.
Danach gab es die so genannte Kleine Eiszeit. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts lagen die Temperaturen niedriger als heute. Um 1650 bis 1 °C weniger. Während dieser Zeit fror die Ostsee mindestens zweimal komplett zu. Vordringende Gletscher zerstörten ganze Dörfer in den Alpen.
Heute versuchen Wissenschaftler anhand von Bohrkernen aus dem Ewigen Eis das Klima vergangener Zeiten zu ermitteln. Das Klimaarchiv des Eises ermöglicht uns Ermittlungen bis zu 750.000 Jahre vor unserer Zeit. Eine andere Methode das Klima der vergangenen 17.500 Jahre zu bestimmen ist die Analyse von Jahrringen von Bäumen. Diese Wissenschaft nennt man Dendrochronologie.
Schaut man sich den Klimawandel der letzten Jahrtausende an, stellt sich die Frage, ob wir uns mit der heutigen Klimaerwärmung nicht in einem natürlichen Änderungszyklus befinden. Wissenschaftler haben jedoch festgestellt, dass der heutige Temperaturanstieg wesentlich schneller verläuft, als alle vergangenen natürlichen Erwärmungsvorgänge.
Rechts von Ihnen liegt die Naturwaldzelle Rosenberg. Sie wurde bereits 1998 mit einer Größe von 35,4 ha ausgewiesen. Damit liegt sie über dem landesweiten Durchschnitt von 21,3 ha.
Bereits 1971 wurde in Nordrhein-Westfalen mit der Ausweisung von Naturwaldzellen begonnen. Inzwischen existieren in unserem Bundesland 75 solcher Naturwaldzellen. Ziel ist es, naturnahe Waldbe-stände, die nach Standort, Baumartenzusammensetzung und Bodenvegetation die natürlichen Waldgesellschaften gut repräsentieren, für Forschung und Lehre langfristig zu erhalten und ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Entsprechend ihrer weiten natürlichen Verbreitung herrschen Buchen-Waldgesellschaften vor. Der Waldbestand in den Naturwaldzellen wird konsequent sich selbst über-lassen. Bewirtschaftungsmaßnahmen sind nicht erlaubt. Anfallendes Holz darf nicht entnommen wer-den. Periodische Standard- und gelegentliche Spezialuntersuchungen dokumentieren die Entwicklung jeder Naturwaldzelle über einen langen Zeitraum hinweg und gewinnen somit wertvolle Erkenntnisse für die Waldökologie und die forstliche Praxis in naturnah betriebenen Wirtschaftswäldern.
Wissenschaftliche Neugier
Wo die Säge schweigt und kein Waldarbeiter mehr Setzlinge pflanzt, lässt sich das natürliche Konkurrenzverhalten der Bäume ebenso studieren wie die unbeeinflusste Abfolge von Wachstum, Alterung, Zerfall und Verjüngung. Das waren die Motive für die Errichtung der Naturwaldzellen
Alter und Tod gehören dazu
Nahezu alle nordrhein-westfälischen Wälder sind durch Holzproduktion und andere Nutzungen seit Jahrhunderten mehr oder weniger stark verändert worden. Vor einigen Jahren noch war Kahlschlagwirtschaft und flächiges Aufforsten mit schnellwüchsigen Arten die Regel. Trotz einer Entwicklung zum naturnahen Waldbau sind Jahrhunderte alte Baumriesen, stehen-des oder liegendes Totholz großer Dimensionen noch immer Raritäten im Wald.
Alte und abgestorbene Baumveteranen bieten Lebensräume für Totholz bewohnende Pilz- und Tierarten, die im Wirtschaftswald kaum zum Zuge kommen. Alters- und Zerfallsphase gehören genauso zum natürlichen Lebenslauf eines Waldes wie Verjüngung und Zuwachs. Wissenschaftler möchten deshalb gerne mehr über die natürlichen Entwicklungsprozesse unserer Wälder erfahren. Welche Baumarten sind unter den jeweiligen Boden- und Klimabedingungen am Stärksten? Wie groß und wie alt werden sie? Dulden sie Konkurrenz? Wächst eine neue Generation synchron heran oder entsteht ein buntes Durcheinander unterschiedlicher Altersstufen? Wie reagiert der Wald auf außergewöhnliche Witterungsereignisse oder Schädlingsbefall? Oder wie wird eine vom Sturm gerissene Lücke wieder besiedelt, und was passiert mit den vielen Kubikmetern Holz nach dem Tod eines Baumes?
Wenn Sie auf der Wanderung von der Freifläche zurück in den Wald kommen, spüren Sie wie sich das Mikroklima verändert. Bei schönem Wetter merken Sie, dass die Sonne auf der Freifläche intensiver war und der Wind stärker geblasen hat als im Waldesinneren. Bei schlechtem Wetter fühlt man sich hier vor Regen und Wind besser geschützt.
Wälder entwickeln in ihrem Inneren ein eigenes Klima. Schon bei einem Durchmesser von 200 m unterscheiden sich die lokalklimatischen Verhältnisse innerhalb eines Waldes deutlich von den äußeren. Unter dem Laubdach sind die Tages- und Jahresgänge von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgeglichener. Tagsüber sorgen Schatten und Verdunstung der Bäume für niedrigere Temperaturen bei hoher Luftfeuchtigkeit. Nachts ist es relativ mild, da die während des Tages aufgenommene Wärme nur langsam ausgestrahlt wird.
Das Blätterdach im Wald bindet Schadstoffe aus der Luft. In Waldluft sind über 200 mal weniger Staub- und Rußpartikel als in Stadtluft. Durch den regionalen Luftaustausch versorgen Wälder auch ihr Umland mit reiner Luft. In der Stadt verschlechtern Schadstoffe aus Verkehr, Heizung und Industrie das Klima. Durch die Flächenversiegelung und Bebauung speichern Städte meist mehr Wärme und weniger Feuchtigkeit als die umgebende Landschaft und der Wind weht nicht richtig, man spricht von Wärmeinseleffekt. Vor allem an heißen Tagen können in Millionenstädten die Temperaturunterschiede von Stadt zu Land 10 °C betragen. Organismen fehlt dann oft die auskühlende Nachtruhe, es kommt zu Belastungen.
,,Die besten Ideen kommen mir beim Wandern“ Johann Wolfgang von Goethe
Spazierengehen oder Wandern wirkt inspirierend, macht den Kopf frei. Scheinbar unlösbare Probleme werden klein oder es tun sich plötzlich Lösungen auf, auf die vorher der Zugriff verstellt war. Dieses oder Ähnliches hat wohl jeder schon einmal an sich selbst erlebt.
Gehen setzt den Geist in Bewegung
Zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen eine mentale Aktivierung durch das Gehen. Danach fördern mäßig intensive Ausdaueraktivitäten wie das Wandern die geistige Leistungsfähigkeit z. B. auf den Feldern Konzentration, logisches Denken und Gedächtnis. Andere Sportarten, die mit hoher Anstrengung verbunden sind, können sich dagegen sogar negativ auf die Gedächtnisleistung auswirken. Beim Gehen werden zudem bei Gehirnhälften aktiviert, was zur Förderung von geistigen Höchstleistungen besonders wichtig erscheint. Gehen wird heute immer mehr auch als Kreativtechnik beispielsweise beim Coaching oder beim so genannten ,,brainwalking“ angewandt, wobei Firmen, die auf die Kreativität ihrer Mitarbeiter setzen, sie während der Arbeitszeit spazieren gehen lassen.
Lassen Sie sich von der Natur inspirieren und finden Sie Ihren Rhythmus im Gehen
Wichtig: Wenn Sie das Gehen als Mittel zur Steigerung von Kreativität und Denkfähigkeit nutzen wollen, heißt das nicht, dass Sie sportliche Spitzenleistungen vollbringen sollen. Im Gegenteil: Es bedeutet, dass Sie Ihren eigenen Rhythmus finden müssen, bei dem Ihr Geist in Bewegung kommt.
Spüren Sie wie Gedanken fließen?
Suchen Sie sich für die nächsten 1,5 Kilometer mal ein Thema zum Nachdenken (wenn Ihnen nichts einfällt, versuchen Sie einfach die Erlebnisse und Anregungen auf der Wanderung Revue passieren zu lassen). Spüren Sie nach, wie Ihre Gedanken fließen, wenn Sie in Ihrem eigenen Rhythmus eher langsam gehen oder wenn Sie versuchen, für Ihren Geschmack eher ein bisschen zu schnell zu laufen. Sie werden bemerken: In Ihrem eigenen Tempo wird es Ihnen leichter fallen, klare Gedanken zu fassen.
Der Teutoburger Wald erstreckt sich von Ibbenbüren im Nordwesten bis nach Altenbeken im Südosten, nahtlos schließt sich das Eggegebirge an, das bis Marsberg reicht. Weil der Wind meistens aus Südwesten weht, stoßen die feuchten Luftmassen vom Atlantik an den südwestlichen Gebirgsrand und regnen dort ab. Wo Sie jetzt stehen, ist der Bereich des reliefbedingten Steigungsregen. Hier regnet es regelmäßig und viel.
An der in Schlangen gelegenen Wetterstation des regionalen, ehrenamtlich betreuten, Netzes von Klimamessstationen Ostwestfalen-Lippe wurden seit Aufnahme des Betriebs im Jahr 1990 durchschnittlich 1.172 mm Jahresniederschlag gemessen. Die Station ist damit die niederschlagsreichste in der Umgebung. Auf dem Eggekamm selbst ist merklich weniger Regen zu verzeichnen. Im Rothaargebirge und im Westerwald fällt vergleichsweise über das Jahr hinweg noch mehr Niederschlag. Der starke Niederschlag hat der Region ein Sprichwort beschert: „In Paderborn regnet es oder man hört die Glocken läuten“.
Klimamodelle der nächsten Jahrzehnte gehen davon aus, dass es in Nordrhein-Westfalen mehr Niederschläge geben wird. Die Niederschläge werden sich verlagern, die Sommer werden trockener und die Winter und Frühjahre nasser, da das wärmere Klima den Schnee eher als Regen fallen lassen wird.
In den letzten Jahrzehnten ist in den Industrieländern die Häufigkeit von allergischen Erkrankungen deutlich angestiegen. Laut einer aktuellen Statistik wird der Anteil der Allergiker in Deutschland bereits auf 20 % der Gesamtbevölkerung geschätzt. Eine abschließende Erklärung für diese Entwicklung gibt es allerdings bis heute nicht. Veränderungen unserer Lebensgewohnheiten und der Ernährung, die veränderten hygienischen Bedingungen, ein Rückgang parasitärer Erkrankungen und genetische Faktoren werden als Ursachen für die Zunahme von allergischen Erkrankungen diskutiert. Aber auch Veränderungen unserer Umwelt und hier insbesondere die nach wie vor hohen Konzentrationen von Stickstoffoxiden und Ozon in der Luft werden für die starken Reaktionen des menschlichen Immunsystems verantwortlich gemacht. Inzwischen weiß man, dass Luftschadstoffe mit den natürlichen Eiweißen von Blütenpollen chemische Verbindungen eingehen. Die dadurch veränderten Eiweiße rufen besonders heftige allergische Reaktionen hervor. Ähnliche allergiefördernde Verbindungen werden für Feinstäube vermutet.
Allergisch gegen den Klimawandel?
Die Folgen des Klimawandels auf die Allergiesaison in Europa sind bereits heute spürbar. Mit der Erwärmung insbesondere in den Wintermonaten verschiebt sich die Saison der Frühblüher nach vorne, wobei die Intensität der Belastungen aber vermutlich nicht zunehmen wird. Gleiches gilt für Sommerblüher wie die Gräser. Bei den Herbstblühern wird grundsätzlich auch eine Zunahme der Intensität der Pollenbelastung erwartet. Für Allergiker bedeutet dies, dass die pollenfreie Zeit und damit die Phase der körperlichen Erholung kürzer wird. Die Pollensaison hat sich in den
letzten 30 Jahren europaweit im Durchschnitt bereits um zehn bis elf Tage verlängert. Hinzu kommt die Ausbreitung stark allergener Pflanzen. Mit der Temperaturerwärmung können sich bisher in unseren Breiten nicht vorkommende wärmeliebende Arten etablieren. Zu diesen Arten gehört z. B. die aus Nordamerika stammende und sich invasiv ausbreitende Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia). Ihre Pollen zählen zu den stärksten Allergie-Auslösern und können zu schweren heuschnupfenartigen Symptomen oder gar zu Asthma führen. Schon kleinste Pollenmengenreichen für eine Reaktion aus.
Wann die Pollen fliegen
Der Deutsche Wetterdienst erstellt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst mit Sitz in Bad Lippspringe Vorhersagen des Flugs der allergologisch wichtigsten Blütenpollen: Birke, Erle, Hasel, Süßgräser, Roggen, Beifuß und Ambrosie. Auch in Bad Lippspringe befindet sich eine von bundesweit 51 Pollenfallen. Die tägliche Vorhersage hilft Allergikern, sich auf die aktuelle Pollenflugsituation einzustellen und Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen: www.dwd.de/pollenlug. Der Blühbeginn der Pflanzen in Mitteleuropa kann witterungsbedingt bis zu sechs Wochen schwanken. Außerdem hängt die Konzentration der freigesetzten Pollen ganz entscheidend vom aktuellen Wetter ab.
Wenn Sie heute einen eher windigen Tag für ihre Wanderung erwischt haben, dann stehen Sie hier ganz schön im Wind. Es fühlt sich kälter an, als die momentane Lufttemperatur tatsächlich ist. Das liegt am so genannten Windchill-Effekt, dem Unterschied zwischen gemessener und gefühlter Temperatur je nach Windgeschwindigkeit. Versuchen Sie auf den nächsten 7 km zu erfühlen, welche feinen Unterschiede es in ihrer Temperaturwahrnehmung gibt, z.B. wenn sie durch ein kleines windgeschütztes Tal, durch den Wald oder an einer Hecke entlang wandern.
Der Wind ist ein großer Klima- und Wettermacher und hat neben den lokalen und regionalen Ausmaßen vor allem eine globale Dimension. Windsysteme und Meeresströmungen verteilen Wärme und verdunstete Feuchtigkeit über die ganze Erde. Einer der zentralen Prozesse für die Windbildung ist der Aufstieg warmer Luft über dem Äquator und der Fluss in Richtung Pole. Die warme Luft steigt bis zum 30. Breitengrad auf und dort wieder ab, dadurch entstehen Passatwinde. An den Polen verläuft der umgekehrte Prozess. Die warme Luft wird abgekühlt, sinkt ab und drängt nach Süden, bis sie wieder so weit erwärmt ist, dass sie aufsteigt. Diese beiden nördlichen und südlichen Windsysteme sind gegenläufig und prägen so unseren Westwind in Mitteleuropa. Zu 60 – 70 % ist unser Wetter von den feuchten und warmen, atlantischen Luftmassen geprägt. Im Winter können auch kontinentale Ostströmungen mit viel trockener Kälte zu uns gelangen, wenn sich Luft über Sibirien stark abkühlt.
Der GPS-KlimaErlebnisPfad Lippspringer Wald ist die am einfachsten zu begehende und kürzeste KlimaErlebnisRoute im Naturpark. Sie beginnt am Wanderparkplatz Noaks Pumpe und verläuft gegen den Uhrzeigersinn. Von dort geht es zum Mittelberg, der uns weite Ausblicke in die Sennelandschaft bietet. Über den Kösterberg und das Forstgut Heimat führt der Weg dann in den Lippspringer Wald und durch das Tal der Steinbeke zurück zu Noaks Pumpe.
Auf der Route steht passend für einen Kurort das Thema Gesundheit im Vordergrund. Sie können erleben wie das Klima auf ihren Körper wirkt und erfahren was sie beim Wandern für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden tun können. Des Weiteren werden räumliche und zeitliche Dimensionen und Erscheinungen des Klimas thematisiert.
Hinweis
Sie können die KlimaErlebnisRoute auch direkt von Bad Lippspringe aus erwandern. Dann starten Sie am Prinzenpalais und stoßen am Kösterberg auf die eigentlich Route