Wenn Sie auf der Wanderung von der Freifläche zurück in den Wald kommen, spüren Sie wie sich das Mikroklima verändert. Bei schönem Wetter merken Sie, dass die Sonne auf der Freifläche intensiver war und der Wind stärker geblasen hat als im Waldesinneren. Bei schlechtem Wetter fühlt man sich hier vor Regen und Wind besser geschützt.
Wälder entwickeln in ihrem Inneren ein eigenes Klima. Schon bei einem Durchmesser von 200 m unterscheiden sich die lokalklimatischen Verhältnisse innerhalb eines Waldes deutlich von den äußeren. Unter dem Laubdach sind die Tages- und Jahresgänge von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgeglichener. Tagsüber sorgen Schatten und Verdunstung der Bäume für niedrigere Temperaturen bei hoher Luftfeuchtigkeit. Nachts ist es relativ mild, da die während des Tages aufgenommene Wärme nur langsam ausgestrahlt wird.
Das Blätterdach im Wald bindet Schadstoffe aus der Luft. In Waldluft sind über 200 mal weniger Staub- und Rußpartikel als in Stadtluft. Durch den regionalen Luftaustausch versorgen Wälder auch ihr Umland mit reiner Luft. In der Stadt verschlechtern Schadstoffe aus Verkehr, Heizung und Industrie das Klima. Durch die Flächenversiegelung und Bebauung speichern Städte meist mehr Wärme und weniger Feuchtigkeit als die umgebende Landschaft und der Wind weht nicht richtig, man spricht von Wärmeinseleffekt. Vor allem an heißen Tagen können in Millionenstädten die Temperaturunterschiede von Stadt zu Land 10 °C betragen. Organismen fehlt dann oft die auskühlende Nachtruhe, es kommt zu Belastungen.

