Erlebnispunkt 1: Wo der Wind pfeift

Wenn Sie heute einen eher windigen Tag für ihre Wanderung erwischt haben, dann stehen Sie hier ganz schön im Wind. Es fühlt sich kälter an, als die momentane Lufttemperatur tatsächlich ist. Das liegt am so genannten Windchill-Effekt, dem Unterschied zwischen gemessener und gefühlter Temperatur je nach Windgeschwindigkeit. Versuchen Sie auf den nächsten 7 km zu erfühlen, welche feinen Unterschiede es in ihrer Temperaturwahrnehmung gibt, z.B. wenn sie durch ein kleines windgeschütztes Tal, durch den Wald oder an einer Hecke entlang wandern.

Der Wind ist ein großer Klima- und Wettermacher und hat neben den lokalen und regionalen Ausmaßen vor allem eine globale Dimension. Windsysteme und Meeresströmungen verteilen Wärme und verdunstete Feuchtigkeit über die ganze Erde. Einer der zentralen Prozesse für die Windbildung ist der Aufstieg warmer Luft über dem Äquator und der Fluss in Richtung Pole. Die warme Luft steigt bis zum 30. Breitengrad auf und dort wieder ab, dadurch entstehen Passatwinde. An den Polen verläuft der umgekehrte Prozess. Die warme Luft wird abgekühlt, sinkt ab und drängt nach Süden, bis sie wieder so weit erwärmt ist, dass sie aufsteigt. Diese beiden nördlichen und südlichen Windsysteme sind gegenläufig und prägen so unseren Westwind in Mitteleuropa. Zu 60 – 70 % ist unser Wetter von den feuchten und warmen, atlantischen Luftmassen geprägt. Im Winter können auch kontinentale Ostströmungen mit viel trockener Kälte zu uns gelangen, wenn sich Luft über Sibirien stark abkühlt.

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